Erneut Unruhen im Südsudan

Bericht von Herrn Dr. Bronnenmayer (vom 20. Dezember 2013):

"Vom 15.12.2013 bis 12.1.2014 war eine Projektreise in den Süd-Sudan war geplant, um nächste Schritte in MiakWadang vorzubereiten.
Am 12.12. erhielt ich die Nachricht vom Tod der Mutter von Mary Ruun, der Projektleiterin.
Die Reservierung wurde somit für den 15. aufgehoben und mit Familie Ruun vereinbart, dass ich komme wenn grünes Licht gegeben wird nach den Begräbnisfeierlichkeiten.
 
Sonntag, 15.12.: Nachts brechen im Quartier der Präsidentengarde Kämpfe aus, die sofort auf andere Armeeeinheiten und auf die Stadt übergreifen.
Genaueres muss wegen der widersprüchlichsten Aussagen von Präsidenten Salva Kiir und seinem entlassenen Kontrahenten Vizepräsident Riek Machar erst dokumentiert werden.
 
Die ethnischen Spannungen zwischen Dinka und Nuer erreichen ihren Höhepunkt mit über 500 Toten in Juba und Tausenden Bewohnern, die in das UN-Camp flüchten. Es wird aber immer wieder betont, dass der Konflikt kein ethnischer sei sondern ein politischer, Unmut über die Staatsführung und Führung der Partei von Salva Kiir. Der Präsident verhängt eine nächtliche Ausgangssperre. Und doch ist ein Armeeteil unter der Führung von Peter Gadet, eines Nuer-Generals, desertiert und hat die nahegelegene Stadt Bor unter die Gewalt gebracht. Der Rebellenführer YauYau wurde kontaktiert, um die Rebellion zu verstärken.
 
Beide Seiten bis hin zu ethnischen Vereinen in der Diaspora verwenden hasserfüllte Kommunikation und fachen damit die Gefahr eines Bürgerkrieges an.
 
USA, Deutschland, UK, Israel, Uganda und andere haben begonnen ihre Staatsbürger, Botschaftspersonal, NGO-Mitarbeiter auszufliegen.
 
Uganda wurde gebeten mit Spezialtruppen nach Juba einzufliegen und Ruhe wiederherzustellen.
 
Der Funken des Bürgerkrieges ist auf Orte in 5 von den 10 Staaten übergesprungen.
 
Wenn der Süden so instabil wird, besteht die Gefahr, dass der Norden die Ölfelder annektieren  und sich die Ölförderung sichern wird.
 
UN-Friedenstruppen haben bei Überfällen auf ihre Stützpunkte mehrere Soldaten verloren und haben begonnen Stützpunkte per Helikopter zu evakuieren. Dabei wäre eine internationale Verstärkung der Uno-Truppen der zielführendste Weg wieder Frieden im Land zu erreichen.
 
Durch die Flucht tausender ausländischer Arbeitskräfte aus Juba ist Energie-, Wasser-, Lebensmittelversorgung der Stadt zusammengebrochen.
 
Der UNO-Sicherheitsrat sowie Präsident Obama haben sich zu der Situation besorgt geäußert. Minister der benachbarten Staaten Kenia, Uganda, Äthiopien sind zu Vermittlungsgesprächen in Juba eingetroffen.

Was bedeutet das für MiakWadang? 

Die Region Melut ist ruhig, aus unseren Pilotdörfern werden keine Kämpfe gemeldet. Die Familie Ruun hat das Begräbnis in Melut abgehalten und ist am Weg nach Juba (mail vom 20.12.)
Ich bin auf Abruf and nach Maßgabe der Notwendigkeiten bereit wenigstens einen Teil meines geplanten Besuches zu absolvieren.
Mary Ruun sorgt für die Aufrechterhaltung des Betriebes bei MiakWadang, besonders die Schule mit der Schulausspeisung und andere Notwendigkeiten im Projekt.
 
Die Unsicherheiten im Gesamtstaat SüdSudan erhöhen Lebensmittelpreise und es kommt zu anderen Verteuerungen. Über unsere Partner im Gebiet können wir für gerechte Verteilung sorgen und hoffen natürlich gerade jetzt zur Weihnachtszeit, dass wir als österreichische Schwestergesellschaft für MiakWadang SüdSudan Spenden erhalten und in dieser Situation schnell eingreifen können. 

Es ist mir ein Anliegen Folgendes noch zu sagen: Wenn alle Menschlichkeit ausgeschaltet ist, Menschen sich gegenseitig abschlachten, uralte Feindschaften hochkochen ist selbst die Weltgemeinschaft zu gering übersetzt das in den Griff nehmen zu können. Wenn es kein Argument des Verstandes mehr gibt, kein Mitgefühl, man ohnmächtig einer Dynamik zusehen muss, Kräfte am Werk sind, die man nur teuflisch nennen kann und liebenswerte Menschen zu Killern instrumentalisiert werden, dann kann man wohl nur mehr den anrufen, der stärker ist und die Weisheit und die Kraft hat dem Treiben ein Ende zu setzen. BETEN WIR. Unsere schwarzen Freunde genieren sich nicht immer wieder auf das hinzuweisen.

In Verbundenheit für die Menschen im SüdSudan

Herbert B"

Kontakt

Haben Sie Fragen zum Thema Spenden?
Rufen Sie uns an unter
+43 7582 / 64496
oder senden Sie eine E-Mail unter
office(at)miakwadang.at

Danke