Wie alles begann

Eine weite, stolze, in fruchtbarem Grün gekleidete Savanne breitet sich vor einem aus. Während sich die Unendlichkeit dieses Landes im Horizont verliert, kann man an vereinzelten Stellen ehrwürdige Gazellen grasen sehen, doch auch Raubkatzen, die gierig und völlig geräuschlos ihre Beute umkreisen. Büffel wirbeln Staub auf, welcher sich mit der schwülen, schweren Tropenhitze zu einem einzigartigen Farb- und Partikel spiel formiert und Elefantenherden perfektionieren dieses Bild, in dem sie es mit grauen Flecken hier und dort perfektionieren.
Es zeugt von Ruhe und Kraft, ein harmonischer Lebenskreis, der gänzlich unangetastet von jeglichen Ureinwohnern existiert und nur gegebene Bedingungen zum Leben braucht.
"König der Löwen" verankerte diese Bilder in den Köpfen und Herzen von Millionen Kindern aber auch Erwachsenen. Doch während sich die Kleineren in ihrem Optimismus und universalem Wohlwollen noch von Trugbildern täuschen lassen, wissen ältere Semester, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und das Afrika, obwohl reich an Ressourcen und träumerischen Landschaften, als "Wiege des Lebens" im Zeichen der Armut, Krankheit und des Krieges nicht ohne Hilfe wieder zur alten Größe finden kann.

Dr. Herbert Bronnenmayer wurde in seiner Kindheit nicht von Simba und Co., sondern von Albert Schweizer, seines Zeichens Friedensnobelpreisträger und selbsternannter Missionar, geprägt und beeinflusst. Er wusste von den Leiden dieses Landes und wollte sowohl psychisch, als auch physisch in der Lage sein Schweizers Werk fortzuführen. Nachdem er bei einer Ferialarbeit  im Jugendzentrum Schloss Klaus, südlich von Kirchdorf, mit dem Bewusstsein seiner Individualität zu Gott gefunden hat, fühlte er sich bereit, diese Art von Glück weiterzugeben.

Seine dreimonatige Turnusausbildung  als angehender Allgemeinmediziner absolvierte er daher in einer Klinik im Kongo. In dieser Zeit konnte er am eigenen Leib die tatsächliche, beinahe ausweglose Lage der Menschen in Afrika kennenlernen, indem er Operationen und Behandlungen durchführte, die ihn reich an Erfahrungen werden ließen, reich nach dem Motto "learning bei doing". Aber nicht nur auf medizinischer Basis konnte er seine Eindrücke und Einstellungen gegenüber sich und den Menschen erweitern und ausbauen. Afrika hatte ihm bereits einen Stempel aufgedrückt. Einer, der ihn zu "Primary Health Care", einer Verbindung zwischen der "Sudan Inland Kirche" und der diesbezüglichen Regierung, die sich in einem Vertrag dazu bereiterklärte in einem Gebiet, halb so groß wie Österreich, zwischen dem weißen Nil und der Äthiopischen Grenze, Verantwortung für deren Einwohner zu übernehmen, verwies und ihn ebenso dazu trieb die "Kirchdorfer Glaubenswoche 77" zu leiten, in der er bei 1600 Personen täglich viele neue Bekanntschaften machte. Seine unglaublich starke Überzeugung von diesem Land sowie die Präsenz eines "Bereits-dort-Gewesenen" veranlasste über 200 Leute für diesen Mann zu spenden und ihn so die nötige Starhilfe und Unterstützung für eine weitere Reise und einen diesmal längeren Aufenthalt  in "das Land der aufgehenden Sonne" bereitzustellen. Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidung hatte er allemal, denn auch seine Familie sollte ihn begleiten, doch jegliche Überlegungen und Pro und Contras konnten nicht verhindern, dass besagte "Sponsoren" fest an Dr. Bronnenmayer glaubten und Afrika als seine Bestimmung erachteten und was das Schicksal zusammenführt, sollte der Mensch nicht trennen.

Innerhalb dieser fünf Jahre, die der Kirchdorfer mit seiner Familie in Melut, einer kleinen Stadt im Südsudan, verbrachte, entstanden mit der Hilfe von etwa 30 Oberösterreicher, die ihm in diesem Zeitraum verteilt zur Seite standen, fünf Ambulanzen und das Spital in der besagten Stadt konnte renoviert und ausgebaut werden. Doch nicht nur im Bereich der Medizin wurde den Menschen geholfen; man lernte ihre Sprache, gab ihnen Arbeit, bewirtschaftete ihr Land, half ihnen die Fähigkeiten zu entdecken, die ohne ihr Bewusstsein tief ihn ihnen schlummerte.  Durch diese Arbeit lernte man aneinander zu vertrauen, schloss wichtige und unlösbare Freundschaften und ließ, als der Bürgerkrieg seinen Tribut forderte und sie wieder nach Österreich schickte, einen Teil seiner selbst in dieser Stadt, in diesem Land, bei diesem Volk.
 

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